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Lesung und Musik: Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933
Ins Feuer geworfen

“Ich übergebe der Flamme die Schriften von Marx und Kautsky, von Heinrich Mann und Erich Kästner.“ Mit diesen so genannten „Feuersprüchen“ haben vor 75 Jahren nationalsozialistische Studenten, Professoren und Rektoren in ganz Deutschland die Bücher bekannter Autoren ins Feuer geworfen. In der Nacht des 10. Mai brannten die Scheiterhaufen in Dortmund, Berlin, München, Frankfurt und weiteren Städten. 24 Schriftsteller und Intellektuelle wurden in den Feuersprüchen namentlich genannt. Doch die Werke vieler mehr haben die Nazis ins Feuer geworfen.
Diese „kulturelle Gleichschaltung“ war ein weiterer Schritt in den Terror, an dessen Anfang die Machtübergabe an die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 stand. Die neuen Machthaber erstellten schwarze Listen mit „entarteter“ Literatur, die aus Buchhandlungen und Bibliotheken verschwinden musste. Sie haben unerwünschte Dichter, Schriftsteller und Wissenschaftler verfolgt und in „Schutzhaft“ genommen. Viele mussten das Land verlassen oder kamen in Lagern um.
Mit einer Mischung aus Lesung verbrannter Texte, Musik und Rezitation der Feuersprüche erinnerte im Mai 2008 eine Veranstaltung an diesen – teilweise gelungen – Versuch, Namen und Werke demokratischer und humanistischer Schriftsteller aus dem kollektiven Gedächtnis der Deutschen auszulöschen.