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Freiheit statt Kapitalismus
Es sei die „Eröffnung einer Debatte, um einen
Übergang zum Sozialismus zu suchen“ bemerkte ein Diskutant und ergänzte: „Das bringt uns nach vorn.“ Gemeint war Sahra Wagenknechts neues Buch
„Freiheit statt Kapitalismus“, um dessen Für und Wider es bei einer Diskussion der Bildungsgemeinschaft SALZ Mitte Oktober 2011 ging. Das Pro übernahm Helmut Manz,
stellvertretender Landessprecher der LINKEN in NRW, Contra gab Lucy Redler, Mitglieder der LINKEN und der SAV.
Das neue Werk von Wagenknecht habe „Verwirrung gestiftet“, gab Manz zu.
Schließlich beziehe es sich positiv auf bürgerliche Ökonomen – was Karl Marx jedoch auch getan habe. Es sei, obschon die „Marx-Zitate rar sind“,ein lesenswertes
marxistisches Buch, das den Weg hin zu einem „kreativen Sozialismus“ weise. Im Gegensatz zum heutigen Kapitalismus, der schon längst keine Marktwirtschaft mehr
sei, wäre die Realisierung ihres Modells eine gemischte Wirtschaftsform aus Markt und Plan, in dem das Privateigentum an Produktionsmitteln „zu 90 Prozent abgeschafft“ sei.
Dieses Modell, entgegnete Redler, sei ein sozialdemokratisches. Sicher könne man
sich wie Marx auf bürgerliche Ökonomen beziehen, doch Wagenknecht würde sich an ihnen orientieren. Wagenknechts Versuch, die Marktwirtschaft vom Kapitalismus
zu trennen, sei eine Illusion. „Sahra sagt, sie wolle den Kapitalismus überwinden. Doch sie stellt weder den Markt noch den Staat in Frage. Ich denke, sie wird bei
Bernstein landen.“ Ihr Versuch, aus den Fehlern der sozialistischen Staaten Konsequenzen zu ziehen, sei ehrenwert. Doch „deren Hauptproblem war nicht die Planwirtschaft, sondern die mangelnde Demokratie.“
Zu der Veranstaltung hatte SALZ gemeinsam mit dem Dortmunder Kreisverband der
LINKEN, der Linksjugend solid, der Antikapitalistischen Linke, der ISL und der SAV eingeladen.
10. Oktober 2011
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